Gartenfahrt Maulbronn 08.+ 09.06. 2011

Jedem sein Gartenglück

Wie sehr die Gärtnerhandschrift einen Garten prägt erlebten die Teilnehmerinnen der Gartenreise im Juni. Rosenzucht und Rosenpracht, wilde Kräuter und mediterrane Palmen oder der Hauch der Geschichte im Kloster Maulbronn füllten zwei Tage satt. Veranstalter waren die BBZ und das Netzwerk Bauerngarten- und Wildkräuterland Baden e.V.

Die Nachbarschaft zum Rosenzüchter Karl Hetzel in Oberderdingen (Kreis Karlsruhe) trug dazu bei, dass Andrea Hofmann und ihr Mann Karlheinz sich neben Ackerbau und Pferdehaltung dem ungewöhnlichen Betriebszweig Rosenzucht verschrieben haben.

Im Juli mit Nächten über 13Grad Celsius werden Rosen aus Wildunterlagen veredelt. Eine diffizile Arbeit für Frauenhände, wie Andrea Hofmann erzählte. Sie gab den Besuchern viele Tipps für den Umgang mit der empfindlichen Gartenschönheit mit. Gegen Läusebefall empfiehlt sie eine Sprühung aus 1l Wasser mit 2EL Spüli und 1EL Essig. Gute Erfahrung macht sie auch mit Pflanzenstärkungsmitteln. Im Rosen-Hoflädchen wird neben Topfrosen auch alles Schöne rund um die Rose angeboten.

 

 

 

 

Eine kurze Fahrt brachte die Reisenden zur komplett erhaltenen Klosteranlage Maulbronn. Die bedeutende Zisterziensergründung geht auf Bernhard von Clairvaux zurück und ein Gang durch Kreuzgänge, Brunnenhaus und Kirche begeisterte. Ebenso die anschließende Wildpflanzenwanderung entlang der jahrhundertealten und von den Mönchen angelegten Trockensteinmauern mit Buchautorin Gabriele Bickel. Von ihrem unerschöpflichen Wissensfundus konnte selbst die erfahrenste Bauerngärtnerin noch etwas lernen.

 

 

In die Geschichte der reichen Murgschifferfamilie Katz führte Jürgen Illig bei einem Gang durch den exotischen Katz'schen Garten direkt an der Murg ein. Allerlei Sammelobjekte, vom vor über 100 Jahren erworbenen Wasserspeier des Freiburger Münsters bis zu exotischen Palmen oder einer 200 Jahre alten Sumpfzypresse, vereint der ehrenamtlich gepflegte Garten. Nach einem kurzen Abstecher in die von Rosen überbordende Gönneranlage in der Baden-Badener Lichtentaler Allee führte der Weg nach Kappelrodeck. Dort haben die Hartwigs um ihr Haus einen richtigen Steillagengarten angelegt. Die 24 Teilnehmerinnen tauchten in ihm ein, indem sie im Zickzack den Wegen folgten.



Auf jeder Seite, in jedem Winkel etwas Schönes entdeckend. Rotlaubige Gehölze setzen Farbakzente und riesige Rambler halten alte Obstbäume fest umschlungen. Auf dem Gelände stand früher ein Hof, von dem nur das Backhaus geblieben ist, welches nun mitten im Garten steht. Seiner Lage am Nordhang kann Romana Hartwig eher Positives abgewinnen: "Ich habe wenig Probleme mit Trockenheit und die Pflanzen stellen sich früher auf den Winter ein, den sie dann besser überstehen". Sicherlich sorgt die mit 350 Metern geringe Höhenlage dafür, dass auch im Gemüsegarten der Gärtnerin alles bestens zu gedeihen scheint. (Text und Bilder: Sester Barbara)

© Bauerngarten- und Wildkräuterland Baden e.V.